Am Ende von Japan

Unser nächstes Ziel ist der Akan Nationalpark – auch hier erwarten uns kleine Schlammvulkane und Schwefelquellen. Auf einer kleinen Wanderung am See entdecken wir die ersten Schlangen unserer Reise, die Martin natürlich begeistert fotografiert. Auch finden wir hier am See den bisher besten Onsen – privat, mit Seeblick beim Sonnenuntergang und entsprechend warm temperiert 😉.

Onsen direkt am See

Zwar kann der Onsen kaum noch getoppt werden, aber auch die heißen Quellen am Strand (man buddele sich seinen eigenen Onsen) sind nicht schlecht und bieten jede Menge Spielmöglichkeiten für kleine und große Kinder.

Spielerei mit heißem Wasser

Durch das Flachland geht anschließend unsere Reise weiter bis zum Nord-Östlichsten Teil der Insel – zum Shiretoko-Nationalpark. Übernachten werden wir an einem heißen Wasserfall (Lasse probiert die natürliche Steinrutsche auch gleich aus), bevor es durch die Wolken auf die andere Küstenseite geht. Hier erwarten uns heiße Quellen, direkt am/im Meer, die nur bei Ebbe nutzbar sind – ein wenig algig das ganze, hat aber auch seinen Reiz.

Heute Nachmittag werden wir uns auf eine Whale-Watching Tour begeben – mal schauen wie erfolgreich wir sein werden…

Campervan in Japan

Man sieht in Japan relativ wenige Wohnmobile oder Wohnwagen. Das mag daran liegen, dass viele Straßen eng sind und viele Japaner nicht besonders viel Urlaub machen. Dennoch gibt es ein paar Verleiher, die man mit etwas Suche im Netz auch schnell findet. Leider haben die meisten ihren Webauftritt auf Japanisch und sind schwer zu buchen. Wir haben unseren Wagen bei JapanCampers gefunden, die ihre Website komplett auf Englisch, und ein großes Angebot an Wohnmobilen aller Größen haben. Dazu kommt, dass auch einige Budget–Fahrzeuge im Angebot sind, die schon etwas benutzt sind, aber für uns mit zwei Kindern muss man da nicht dauernd hinterher sein, ja keine Schramme zu hinterlassen.

Also wurden wir uns schnell einig, überwiesen eine Anzahlung und ich nutzte auch noch den Übersetzungs–Service für meinen Führerschein, um in Japan fahren zu dürfen.

Vor Ort angekommen wurden wir mit einem kleinen Shuttle in Tokyo Narita am Bahnhof abgeholt, und es gab eine Einweisung in den Wagen. Er hat drei Sitzreihen, die man flexibel um– und flachlegen kann, um eine Ebene Schlaffläche zu erhalten. Unter dem Dach kann noch eine weitere Ebene eingezogen werden, mit weiteren 1,5 Schlafplätzen. So liegen wir Großen mit Lisa unten und Lasse meist alleine oben. Wir brauchen ca. 10min, um von Tag mit Kindersitz und Kopfstützen auf Nacht mit Liegeflächen umzubauen. Dazu gibt es im Heck eine kleine Küche, eine große Markise an der Seite und Camping–Gestühl. Wir konnten uns vor Abfahrt noch aus den Überbleibseln der Vor–Mieter bedienen, und hatten so gleich ein paar Basics wie Salz, Spüli, Zucker etc.

Und das beste ist, dass man noch ein iPad bekommt, dass die Navigation und Kommunikation übernimmt. Darauf tippe ich jetzt auch gerade komfortabel diesen Text. JapanCampers hat eine eigene interne Website, um Google Maps mit vorgefertigten Suchbegriffen auf Japanisch zu füttern, um beispielsweise Supermärkte, Tankstellen, etc zu finden. Ein Datenpaket ist gleich mit dabei, aber an vielen kleinen Läden und anderen Orten gibt es auch freies WLAN, das wir mit den Privathandies gerne nutzen. Achja, eine spezielle App zum Finden der vielen Onsen im ganzen Land ist neben anderen Nützlichkeiten auch schon vorinstalliert. Außerdem gibt es eine private Karte mit Tips von anderen Reisenden, wo schöne Plätze, Übernachtungsmöglichkeiten, Wanderungen und natürlich Onsen sind. Wir tragen auch fleißig dazu bei, diese zu erweitern.

Guckt Euch mal die Fotos in der Galerie an, wie unser mobiles Haus für 6 Wochen aussieht:

Japan ist super geeignet, um Urlaub mit Campervan zu machen. Man kann fast überall, wo man Parken kann, auch im Auto übernachten. Fast überall gibt es öffentliche Toiletten, die super sauber und und edel sind. Manchmal auch mit geheizten Klobrillen und oft mit Wickelraum.

Aber auch an anderen Orten kann man einfach unbehelligt parken und schlafen. Hier ein paar unserer schönsten Plätze bisher.

Braunbären

Bisher waren uns überall Warnungen vor Bären begegnet. Man soll bei Wanderungen ein Glöckchen tragen, damit man die Bären vorwarnt und sie sich nicht plötzlich erschrecken, falls man einem begegnet.

Allerdings hatten wir bisher nicht das Glück (oder Pech), tatsächlich einen Bären zu sehen. Im Daisetsuzan Nationalpark gibt es aber eine abgelegene Region, wo die Bären häufiger zu sehen sind.

Unser weiterer Weg führt uns also in den Norden des Nationalparks zum Numa-Meguri Hikingtraill. Nach der Einweisung im „Brown Bear Information Center“ direkt um 07:00Uhr morgens, dürfen wir anschließend in das designierte Wandergebiet (alle Wanderer müssen bis 15:00Uhr wieder zurück sein, was auch durch das namentliche Eintragen in Listen überprüft wird…)

Die Wanderung führt über 2h lang durch den Wald, bevor man alpines Gelände betritt und weiter blicken kann. Auch das eine oder andere Schneefeld wartete dort auch uns und war ziemlich rutschig. Am Ende waren bereits zwei japanische „Bärensucher“ mit starken Fernrohren vor uns auf Beobachtungsposten. Und tatsächlich entdeckte einer einen großen Bären, der über die Hänge strich. So groß er auch war, er war so weit entfernt, dass man ihn fast nicht erkennen geschweige denn fotografieren konnte. In der Galerie ist eine starke Vergrößerung von dem Foto.

Danach ging es wieder an den Abstieg. Man kommt dabei auch wieder an kochendem Wasser vorbei und trägt sich am Ende wieder aus dem Tourenbuch aus.

Jetzt hatten wir müde Füße und machten uns auf die Suche nach einem schönen Onsen. Leider ergab unsere Suche nur ein lauwarmes Fußbad, immerhin an einem hübschen Plätzchen im Wald, wo wir Staudämme bauen konnten.

Nationalparks

Nachdem unser Auto sehr zuverlässig instand gesetzt wurde, konnten wir also mit einem Tag Verzögerung unsere Reise durch Hokaido fortsetzen – zuerst zum Shikotsu-Toya Nationalpark mit schönen Seen, Flüssen und natürlich weiteren heißen Quellen. Zugegebenermaßen war auch ein Onsen dabei, der ziemlich enttäuschend war (nur 32 Grad waren bei einer doch sehr abenteuerlichen Wanderung mit mehreren Flußdurchquerungen einfach nicht entspannend für ein längeres Bad – also war hier eher „der Weg das Ziel“. In Noboribetsu übernachteten wir neben einem Fußbad-Onsen bevor wir die weitere Gegend mit kochendem See und dem Höllental erkundeten.

An Sapporo vorbei ist unser nächstes Ziel der Daisetsuzan Nationalpark. Nach einem nächtlichen Zwischenstopp in einem alten Bergwerksstädtchen mit leckerem Softeis in einer halben aufgeschnittenen Melone, weiteren Wasserfällen und einem knallblauen See, genießen wir den nächsten Onsen am Rande des Nationalparks – diesmal mit mehr japanischer Gesellschaft (mittlerweile sind hier auch Ferien und alles wird voller) – aber dafür auch schön groß und japanisch heiß (42 Grad der kältere „Pool“).

Hokkaido

Mittlerweile sind wir auf Hokaido angekommen und haben die erste Nacht mit traumhaften Ausblick aufs Meer und Hakodate verbracht. Da wir gerade eine Toyota Werkstatt aufsuchen mussten, nutze ich die Zeit um ein paar Zeilen über die letzten Tage zu verfassen… Aber zuerst zur Werkstatt: nachdem wir heute früh unser hübsches Plätzchen verlassen haben, haben wir den „Morning Market“ oder Fischmarkt in Hakodate besucht (jedoch ohne Muscheln oder Sepia in allen Variationen zu probieren – und auch die Furano Melone (zwei Melonen für umgerechnet 80€) war uns zu teuer.

Wer weiß, warum diese Melonen soo teuer sind?

Anschließend wollten wir weiter nach Norden und haben auf dem Weg zu einem Geysir Park auf vermeintlich ebener Strecke ein doch sehr starkes Aufschwingen des Vans festgestellt – wir witzelten zuerst über die Straßenqualität, stellten jedoch schnell fest, dass es sich eher um ein Fahrzeugproblem handelt. Also haben wir am Park angekommen das Office des CamperVan Verleihs kontaktiert. Zwischen Geysir gucken und Essen (Gemüse, dünne Fleischscheiben, Eier und Baozi) im heißen Dampf zubereiten (an extra dafür vorgesehenen Stellen)

Kochen in der heißen Quelle

telefonierten wir immer wieder um das weitere Vorgehen (welche Werkstatt etc.) zu besprechen, so dass wir mittlerweile in der Werkstatt sind und der Mechaniker zwei neue Dämpfer für die hintere Achse besorgen muss (beide „abgerissen“/Ermüdungsbruch…) Aber bis hierher hat uns unser großes Auto doch recht gut gebracht 😉 Auch sind wir mittlerweile gut eingerichtet und das meiste hat seinen Platz gefunden. Da wir zu viert unterwegs sind, brauchten wir ein Auto mit Rücksitzbank. Lasse darf vorne sitzen (mit Sitzerhöhung), während Lisa im Kindersitz mit mir hinten sitzt. Es gäbe auch eine weitere Sitzbank, die wir jedoch in der „Bettposition“ belassen, damit der tägliche Umbau von Sitz- zu Schlaf Fläche schneller von statten geht. (Und das AbendEssen nehmen wir auch lieber vor dem Auto in Campingstühlen oder je nach Setting in einem netten Pavillon ein (sonst gibt es nur Sauerei im Auto). Bisher hatten wir auch recht viel Glück mit dem Wetter – es hat Anfangs zwar mehr geregnet (Ende der Regenzeit) jedoch nie so lange/so viel dass es uns größer gestört hätte.

Der Van ist noch mit einer kleinen Küche ausgestattet – wobei Küche fast übertrieben ist. Wir haben also für alle ein wenig Geschirr und zwei Töpfe. Es gäbe auch die Möglichkeit die Mini-Spüle zu nutzen (zwei Kanister, einmal Frisch- und einmal Abwasser gibt es auch dazu), aber da es sich nicht wirklich lohnt die Spüle zu nutzen, spülen wir eher am Parkplatz bei den Toiletten oder in den Flüssen/Seen…Zum Schlafen bauen wir dann noch zusätzlich die eine Rücksitzbank um so dass eine durchgängige Schlaffläche entsteht (für Martin, mich & Lisa) – für Lasse ziehen wir eine zweite Ebene „über uns“ ein, die zweigeteilt während der Autofahrt am Rand hängt. Ursprünglich wollte ich beide Kinder „oben“ schlafen lassen, da die obere Ebene jedoch nicht am Rand abschließt, ist mir die Gefahr zu groß dass Lisa durch die Lücken rutscht…Ansonsten ist der Van die Budget-Variante – ein älteres sehr gebrauchtes Modell (wie lange die Markise noch durchhält ist auch fraglich)

Im Capervan

Nachdem wir nach Nigata zwei weitere Tage an der Küste entlang gefahren sind (und ein eindrucksvolles Quallen-Aquarium und eine Sake-Brauerei besucht hatten) haben wir uns entschlossen doch wieder den ein oder anderen Nationalpark im Landesinneren zu erkunden. Hier haben wir alte Samurai Häuser besucht und schöne Wanderungen an wilden Flüssen mit Wasserfällen gefunden. Die Fährüberfahrt nach Hokaido dauerte 4h und ist mit 200€ auch nicht unbedingt günstig. Das Schiff war aber sehr modern, wobei es (standardmäßig) keine Sitzplätze gibt, stattdessen gibt es mehrere große Räume mit Teppichboden auf denen man (natürlich ohne Schuhe) sitzt. Auch gibt es wie überall in Japan jede Menge Automaten um sich Getränke, aber auch ein Essen „zu ziehen“ – von Curry, über Fisch bis hin zu Pommes, alles aus dem Automaten…

Aber auch hier war wie alles in Japan, sehr sauber – es gibt auch (wie in offiziellen Gebäuden oder größeren Einkaufszentren) spezielle Nurse-Rooms um Babys zu stillen (mit Wickeltisch, Waschbecken und Sessel…), aber auch die normalen Toiletten haben einen speziellen zusätzlichen Babysitz, um das Kind entspannt abzusetzen während man selbst beschäftigt ist (übrigens auch auf der Herrentoilette).

Wir vertreiben uns nun die nächsten 24h in der Gegend (bis die Ersatzteile da sind), anschließend einbauen der Dämpfer und dann können wir hoffentlich morgen am späten Nachmittag unseren Weg weiter nach Norden (Richtung Sapporo) fortsetzen…

Ihr könnt Euch inzwischen einen neuen Schwung Fotos ansehen:

Onsen

Unsere Reise durch die Berge führt uns vorbei an vielen schönen Plätzen und natürlich auch an jeder Menge Onsen (Wiki: ein Onsen (japanisch 温泉, auf Karten und Schildern oft als 湯 oder ゆ (yu, heißes Wasser) dargestellt) ist die japanische Bezeichnung für eine heiße Quelle.) Wir werden auch immer besser, was die Wahl unserer Onsen angeht – siehe Bilder 😉 Wobei der letztere wohl kaum noch zu toppen ist (bisher haben wir kein offizielles Spa mit „Eintritt“ etc. besucht, sondern bevorzugen die natürlichen und kostenfreien Badestätten – so dass wir auch ein Familienbad daraus machen können. Offiziell sind die meisten Onsen nach Männlein und Weiblein getrennt und Babys sind auch nicht erlaubt…)

Japanische Alpen

Die ersten zwei Tage in Tokio waren zum akklimatisieren, die Zeitverschiebung zu verdauen und um sich an das asiatische Ambiente zu gewöhnen. Wir verbrachten den Tag im Feuerwehrmuseum (sehr toll für Kids, da es unheimlich viele „Mitmach–Features“ gibt – Lasse war vom Feuerwehreinsatz–Simulator (eigenes Fahren mit großer Videoleinwand und anschließendes löschen des Brandes mit großer Löschpistole gar nicht mehr loszureißen); mir hat ja der Löschhubschrauber besser gefallen ;–) Auch ist das Museum kostenlos…

Im Feuerwehrmuseum

Es gibt in Tokio natürlich auch noch einen Erdbebensimulator, der mir jedoch nach der Internetrecherche mit Stärke 7 zu heftig ist (Kinder dürfen dies auch erst ab 12 Jahren „erleben“ und der ein oder andere Besucher ist mit Abschürfungen an den Beinen rausgekommen und heilfroh wenn er kein Erdbeben in Japan erleben wird…)

Also sind wir anschließend noch durch wuselige Gassen und Einkaufslädchen geschlendert, bevor wir am nächsten Tag durch die gesamte Stadt mit diversen Bahnen zum Abholort des CamperVan gefahren sind (das Gepäck haben wir im Hotel gelassen – zuviel Schlepperei und „Umsteigerei“). Nach längerer Einweisung (Do‘s and Don‘ts auf japanischen Straßen, spektakulären Unfallbildern und jede Menge Geldzählerei – der Van musste in Bar im Voraus bezahlt werden mit Kaution etc. – und der eigentlichen Einweisung, wie man denn jetzt aus den Sitzbänken Schlafplätze für 4 Personen baut) ging es dann endlich los. Erstmal zurück zum Hotel Gepäck einsammeln und dann, leider im Stau, raus aus der Stadt zur ersten Übernachtung…

Tokyo von oben

Übernachten kann man (fast) überall und Toiletten (immer sehr sauber) gibt es auch überall – das Einzige was ein wenig schwierig ist, ist die Entsorgung des Mülls. Es gibt nirgendwo Mülleimer – an keinem Parkplatz, an keinem Wanderweg. Und es ist trotzdem alles sauber – keiner lässt seinen Abfall liegen oder schmeißt ihn unterwegs irgendwohin. Die öffentlichen Mülleimer wurden wohl vor guten 10 Jahren (nach einem Anschlag) alle abgebaut und die Supermärkte sind verpflichtet die Verpackungen ihrer Produkte zurück zunehmen (und was ist mit Lisa‘s Pooh–Windeln?!) Naja – also an größeren Supermärkten gibt es dann doch Mülleimer – nur sind diese Supermärkte auf dem Land nicht so zahlreich so dass sich nach drei Tagen die Tüten im Auto sammeln…

Wir verbringen also die ersten Tage vorbei am Fuji (der natürlich in den Wolken ist) in den japanischen Alpen, wandern zum ein oder anderen Wasserfall und besteigen auch als Tagestour den aktiven Yakedake–Vulkan bevor wir uns Abends am Parkplatz angekommen im angenehm warmen Fluss (also die dörfliche Zuleitung der Onsen) baden.

Die nächsten Tage gehen weiter durch die Berge vorbei an Skigebieten bis zur Westküste und dann weiter rauf nach Norden.

Anreise

Hallo zusammen!

Inzwischen sind wir erfolgreich in Tokyo angekommen.

Lisa ist eine traumhafte Langstrecken-taugliche Fliegerin. Sie hat nach ein bisschen Eingewöhnung ans Bassinet praktisch 8h lang darin geschlafen und wurde erst pünktlich zur Landung wach.

Natürlich schlaucht so ein Flug alle, und daher sind wir die ersten beiden Nächte in einem Hotel mitten in der Stadt, um uns an Zeitverschiebung und Klima zu gewöhnen. Heute ging es daher zunächst auch nur in ein Feuerwehr-Museum und danach durch ein paar wuselige Gassen.