Archiv des Autors: Jule

Letztes Ausflugswochenende in China…

Da Lasses Kindergartenausflug im Mai abgesagt wurde hatte ich doch noch einen Tag Urlaub übrig, den ich auch gleich für unsere letzte Möglichkeit eines verlängerten Wochenendausfluges eingesetzt habe. Diesmal ging es in die Provinz Yunnan nach Kunming und genauer gesagt zur Tigersprungschlucht – der tiefste Canyon der Welt mit 3900m vom höchsten bis zum tiefsten Punkt…

Wir sind also freitags am frühen Abend zum Flughafen und von dort aus nach Kunming geflogen. Da wir am nächsten Morgen bereits um 07:00 Uhr nach Lijiang weiter fliegen wollten, hatten wir zuvor ein Hotel direkt im Flughafen gebucht, um möglichst viel Schlaf zu bekommen. Nur wie findet man ein Hotel im Flughafen – es war nix ausgeschildert, die Information wusste natürlich nichts und meinte, wir sollen doch da anrufen. Haben wir auch gemacht und mit ein bisschen hin und her haben wir dann herausgefunden, dass jemand an einem bestimmten Ausgang wartet – OK – vielleicht war das Hotel ja von außen zu erreichen. Wir stiegen in einen vollen Van und fuhren los – immer weiter vom Flughafen weg. Ich wurde schon wieder nervös und Martin fragte den Fahrer mehrmals nach dem Hotel – jaja – passt alles. Nach 15min Fahrt in ein fragwürdiges Gebiet standen wir dann um 01:30 Uhr vor einem Hotel. Auch ein netter Japaner, der mit uns ausstieg bestätigte den Namen des Hotels, auch wenn ich mich bereits geärgert habe, dass es nicht wie in der Beschreibung und auf der Karte direkt im Flughafen war. Naja, was macht man mitten in der Nacht – man ist froh über ein Bett… Noch schnell bezahlt und den Shuttle für den Morgen um 05:30 gebucht – oder wir wollten 05:30 buchen, es ging aber nur 05:00 – hm noch weniger Schlaf…  Also alle schnell in das unterdurchschnittliche Zimmer und ins Bett bis dann um 04:15 Uhr der nicht bestellte Weckdienst an der Tür klopfte und dann auch nochmals anrief 🙁 puh, die Nacht war nicht lang… Wieder zurück am Flughafen hatte der Check-In natürlich noch nicht auf – aber glücklicherweise ist Lasse ein braver „Reisejunge“, dass er auf meinem Arm so gut wie alles mitmacht.

Nach dem nur 50minütigen Flug nach Lijang gings mit dem Airport Shuttle in die Stadt, dann zu Fuß 800m zum Busbahnhof und von dort mit einem Überlandbus nochmals 3h nach Qiaotou, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Gegen Mittag machten wir uns also auf den Weg unserer ersten 7km Etappe – leider die ersten Kilometer auf einer mit vielen Baustellenfahrzeugen befahrenen Staubstaße – sehr zum Unmut von Martin.

Los geht’s

Erst als der Anstieg richtig los ging verließen wir die Baustellen und wanderten den Berg hinauf, vorbei an Ziegen mit deren Hirten… Es folgte uns in bleibendem Abstand ein Einheimischer, der sein Pferd anbot um Lasse zu tragen – wir verneinten vorerst und motivierten Sohnemann, weiterzulaufen. Auch als uns eine Gruppe bestehend aus zwei deutschen Familien mit insgesamt 6 Kindern (und drei Pferden) überholte, wanderte er fleißig weiter… Nach 4h im Guesthouse angekommen trafen wir die anderen Deutschen wieder, und Lasse fing sofort an mit den anderen Kindern zu toben. Das Essen im Guesthouse war überraschend lecker – sie haben wohl häufiger ausländische Gäste (den gesamten Weg über haben wir übrigens keine weiteren Touristen getroffen). Die meisten (chinesischen) Touristen fahren die untere Straße mit dem Bus zu einem Aussichtspunkt aber nehmen nicht den mühsamen aber hübschen Wanderweg oben am Berghang… Wir alle sind früh ins Bett gefallen (Lasse wollte natürlich weiter spielen…), um am nächsten Morgen nach einem leckeren Bananenpfannkuchen und Bananen-Haferflocken Frühstück die Haupt-Etappe in Angriff zu nehmen. Das Wetter war leider immer noch sehr bewölkt, zum Teil regnerisch, so dass man nur sehr selten einen Blick zwischen den Wolken auf die Schneeberge erwischen konnte. Die Wandersaison ist auch bereits vorbei und fängt erst nach der Regenzeit im Oktober wieder an. Also waren wir schon froh wenn es nicht allzu viel regnete…

Obwohl Lasse auch ein Pferd wollte, schafften wir auch den Anstieg von 500 Höhenmetern ohne eines zu buchen (mit der Motivation, dass ja nur die Mädchen auf dem Pferd saßen und auch der 6 jährige Junge alleine die Strecke lief – abgesehen davon hätten wir wirklich eines am Vortag reservieren müssen, da uns nun keiner mehr hinterher lief). Mit entsprechenden Pausen und Spielen und ab und zu einem kleinen Regenschauer  schafften wir es dann auch nach 6h reiner Gehzeit in unser nächstes Quartier – zur Enttäuschung von Lasse ohne die anderen deutschen Kinder, die in einem Nachbar-Haus übernachteten. Aber alles nicht so tragisch, denn auch bei uns ließ es sich spielen, was essen, die Aussicht genießen und auch wieder früh ins Bett gehen 🙂

Auch das letzte Stück unserer drei-Tages-Wanderung führte uns 5km entlang eines schönen, kaum bewanderten Weges am Berghang der Schlucht entlang immer leicht bergab in Richtung Abfahrtspunkt eines Busses. Trotz der Wolken und des regnerischen Wetters konnten wir zwischendurch die imposante Aussicht auf die Schlucht genießen. Auch traf Lasse die anderen Kinder wieder, mit denen er ein wenig spielte und weiterwanderte…
Am Sammelplatz angekommen hatten wir noch genügend Zeit zum Drohnefliegen und ausruhen, bevor wir wieder den Bus zurück nach Lijiang nahmen. Während der Busfahrt schlummerte Sohnemann friedlich bevor wir in der schönen alten Stadt noch einen kurzen Rundgang unternahmen. Schade dass wir nicht länger hier bleiben konnten, denn die klassische alte Stadt mit ihren schönen Bächlein und Läden gefiel uns sehr gut. Aber wir hatten bereits einen Nachtzug nach Kunming gebucht und mussten ja am nächsten Tag wieder weiter fliegen. Also ging’s zum Bahnhof, einen chinesischen Snack am Bahnhofsvorplatz gekauft und zum Essen den am Platz tanzenden Frauen zugeschaut. Lasse spielte auch direkt mit einigen chinesischen Kindern… Der Zug fuhr pünktlich um 21:00 Uhr ab – wir konnten unsere drei Betten im Schlafwagenabteil belegen. Wir haben eigentlich auch das vierte Bett im Abteil „gekauft“, aber da alle Tickets nur mit Ausweis abzuholen sind, konnten wir das Ticket natürlich nicht wirklich abholen bzw. die Liege belegen. Also hofften wir, dass wir die Nacht alleine verbringen können… Leider war das dann doch nicht der Fall – nach einigen Stationen kamen zwei junge Frauen ins Abteil, die sich das Bett teilten – naja hätte schlimmer kommen können. Aber auch Lasse schlief natürlich nicht die ganze Zeit alleine in seinem Bett, so dass ich ihn irgendwann in meine enge Koje lassen musste, um überhaupt noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Denn auch hier – der Zug sollte um 05:45 ankommen – wurden wir bereits unsanft mit hellem Licht und lauter Musik gegen 05:00Uhr geweckt – auch das nochmalige Ausschalten des Lichtes hielt nicht lange, da die Schaffner rigoros die Abteile kontrollieren und alles wieder erhellen :(…

Naja also sind wir um kurz vor sechs in Kunming – was macht man da?!

Morgens um halb sechs in Kunming

Ich wollte in einem großen westlichen Hotel frühstücken gehen – besser als das chinesische Straßenfrühstück… Also sind wir zu Fuß (wir hatten ja noch genügend Zeit bis Buffet-Beginn) und teilweise mit ausgeliehenem Fahrrad Richtung „Crown Plaza“ Hotel gelaufen und haben dort – so dreckig wie wir von unserer Trekkingtour waren – unseren Rucksack abgestellt und ein gutes Hotel-Frühstücksbuffet genossen. Obwohl wir uns ziemlich schmuddelig vorkamen, ist es nicht weiter aufgefallen… Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt und uns den weiteresn Tagesablauf überlegt hatten – der Rückflug nach Wuxi (Stadt in der Nähe von Suzhou) war erst um 19:00Uhr sind wir in eine Touristen-Anlage gefahren, die neben einem Drachenbootrennen auch die gesamten Minderheiten Yunnans zeigte – also einzelne Dörfer mit „Einheimischen“, die deren Riten und Bräuche darboten… Martin wollte aber hauptsächlich das Drachenbootrennen mit der Drohne filmen. Es dauerte eine Weile bis wir den richtigen Teich mit dem kleinen Wettkampf gefunden hatten und zu unserer Enttäuschung war das Rennen auch wirklich mikrig – da waren wir ganz anderes aus Suzhou gewöhnt… Naja trotzdem Drohne fliegen… Bis das Signal abbrach und Martin fluchte… das letzte Video zeigte einen Baum, einen Überschlag und nix mehr… Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass das Fluggerät zwar abgestürzt aber auf Land gefallen ist blieb noch. Also sind wir zum „Minderheiten-Dorf“, haben Eintritt bezahlt und sind die Drohne suchen gegangen – am Absturzort fanden wir den Baum als Ursache des Übels und auch dass er weit über den See ragt – mindesten zwei Meter vom Ufer entfernt müsste die Drohne auf Tiefe gegangen sein… hmmmmm… soviel dazu…

Den Rest des Tages verbrachte mindestens einer in bedrückter Stimmung und wollte auch nicht wirklich die unterschiedlichen ethnischen Gruppierungen angucken. Am Nachmittag machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zurück in die Stadt und dann mit dem Airport-Shuttle zum Flughafen, bevor wir diesmal ausnahmsweise mal pünktlich zurück flogen…

Moganshan – oder: Martin belehrt chinesische Autofahrer…

…schon wieder ein langes Wochenende?! In der Tat können wir hier den Maifeiertag nochmals als langes Wochenende nutzen, um mit dem Auto in ein etwa 200km entferntes Bambuswald-Erholungsgebiet fahren. Das einzige Berichtenswerte was mir jedoch von besagtem WE in Erinnerung geblieben ist, ist der Teil der Fahrt vom Bergdorf die Serpentinen entlang hinunter. Wir haben eine Nacht in einem schönen Hotel inmitten der „Scenic Area“ (dem Bereich, in dem man Eintritt zu bezahlen hat) auf dem Berg verbracht und sind am nächsten Tag mit jeder Menge Leute spazieren gegangen. Da uns das alles ein wenig zu unidyllisch war, beschlossen wir am frühen Abend doch wieder hinunter zu fahren und in einer etwas ruhigeren Gegend eine andere Unterkunft zu suchen. Die Herunterfahrt erwies sich nun als sehr chinesisch… Am Tickethäuschen hatte sich mittlerweile auf der bergfahrenden Spur eine recht ansehnliche Autoschlange gebildet – an den ersten 100 Autos konnten wir auf unserer Spur weiter vorbei und hinunter fahren – dann jedoch kamen schlaue Leute, die hinauffuhren auf die Idee, die lange, wartende Autoschlange zu überholen mit dem Resultat, dass auf beiden Spuren nix mehr ging… Martin ist also entnervt ausgestiegen und hat die entsprechenden Fahrer zusammengestaucht und wieder in die Schlange verwiesen, was jedoch insgesamt nicht so einfach war, da mittlerweile mehrere Autos beide Spuren blockierten. Ich habe unser Auto dann im Schritttempo weiter hinunter gefahren – immer soweit wie Martin die Straße räumen konnte…

Teil 2 von „Martin belehrt die chinesischen Autofahrer“ erfolgt dann zwei Tage später auf der Rückfahrt – wir standen im Stau auf der Autobahn… Aber da ist ja noch der Standstreifen – also nehmen wir den doch – so jedenfalls denkt ein Großteil der Chinesen, die mit 80km/h auf dem Standstreifen entlang brausen, bis Martin sich Ihnen (mit unserem Auto) in den Weg stellt… Es beginnt eine Huporgie und für Martin die Schwierigkeit zu verhindern, dass man neben ihm vorbeifährt. Das freundliche Lächeln des Ausländers bei heruntergelassener Fensterscheibe, lässt viele von ihrem Vorhaben abbringen, weiter den Standstreifen zu benutzen, bis ein Bus hinter uns angedonnert kommt. Sein Hupen ist so penetrant, dass auch Lasse kein Mittagsschläfchen mehr halten kann… Eine Zeitlang hält Martin noch seinen Spaß mit dem Bus und weiteren Autos durch (mir ging es doch mächtig auf die Nerven…), bis der Stau sich endlich aufgelöst hat.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu berichten – eine nette Gegend außerhalb der städtischen Zentren – schaut euch einfach die Bilder an…

Ein weiteres Ausflugswochenende

Da ich ja bis zum Sommer keine Ferien habe (kein Ostern, kein Pfingsten etc.) müssen wir die wenigen verlängerten Wochenende nutzen um uns noch ein paar nette Gegenden anzuschauen. Diesmal ging es am Qingming-Festival (entspricht bei uns in etwa Allerheiligen) nach Sanqingshan. Nach der letzten eher ermüdenden Erfahrung mit dem Auto haben wir uns für die ca. 500km für eine Fahrt mit dem Schnellzug entschieden. Ich bin direkt nach der Arbeit (wenn der Feiertag auf einen Wochentag fällt, schiebt die Regierung einen freien Brückentag zur Verlängerung des Wochenendes dazwischen, der jedoch vorgearbeitet werden muss, so dass ich den ganzen Samstag in der Schule unterrichtet habe) zum Bahnhof gefahren und habe die beiden Jungs gesucht, damit wir gemeinsam über Shanghai nach Yushan fahren konnten. Wir hatten natürlich die Fahrkarten bereits vorher im Internet gekauft, aber selbst drei Wochen vorher waren alle Tickets in der zweiten Klasse ausverkauft, so dass auch ich einmal in den Genuss kam erste Klasse zu reisen – und in der Tat gibt es mehr Platz :). Im Laufe der Fahrt haben beide Jungs ein Nickerchen gemacht bis wir etwa gegen 22:30 ankamen und uns um ein Taxi „streiten“ mussten – bei mehr Fahrgästen als Taxis wird es schon schwer ein Taxi nur für uns drei zu bekommen. Jeder Fahrer wollte sein Auto natürlich komplett befüllen… Aber irgendwie haben wir auch das gemeistert und sind in grauenvollem Fahrstil 15min zu unserem Hotel. Bei uns in Suzhou ist das Autofahren geradezu gesittet, im Gegensatz zum ländlichen Fahrstil (kein Wunder – in der Stadt sind ja auch überall Kameras, und selbst Martin kassiert ab und zu einige „Punkte“ und Geldstrafen – aber das ist durchaus sinnvoll, wenn man den normal gängigen Fahrstil auf dem Land erlebt…)

Müde sind wir in unsere Betten gefallen und haben früh am nächsten Morgen ein mittelgutes chinesisches Frühstück genossen, bevor wir uns auf die Suche nach einem Taxi begeben haben. Eigentlich wollten wir nur ein Taxi zum Busbahnhof, um von dort mit einem Kleinbus in den Nationalpark zu fahren – aber irgendwie haben wir keines gefunden. Nachdem wir dem Hotelmanager unser Problem geschildert hatten (er konnte auch ein wenig Englisch) hat er einen „Bekannten“ angerufen und wir haben uns dann doch entschlossen direkt zum Berg zu fahren und uns die mühsamen Schritte mit der Bussuche zu sparen – bei einem Taxipreis von ca. 20€ für eine einstündige Fahrt über Serpentinenstraßen durchaus vertretbar J…

Wir ließen uns zur östlichen Gondelbahn fahren und nachdem wir den Parkeintritt entrichtet und die Seilbahnkarte hatten wollten wir natürlich hoch – ich hatte jedoch beim Ticketkauf noch einen weiteren Zettel bekommen, nur konnten wir ihn nicht lesen… Natürlich wimmelte es überall schon von Leuten, die auch hinauf in die Berge wollten – nach einigem Nachfragen haben auch wir begriffen, dass der zweite Zettel eine Nummer beinhaltete, die uns sagte, wann wir uns an der Gondel anstellen durften…

Großer Andrang im Tal

Nachdem auch das gemeistert war ging‘s hinauf – das Wetter spielte mit und wir konnten die schöne Aussicht genießen. Oben angekommen entschieden wir uns für einen Weg rechts um das Bergmassiv herum. Die Felsen sind so steil, dass kein natürlicher Weg hindurch führt, so dass wir fast die gesamte Zeit auf einem künstlich errichteten Weg, der an bzw. in den Felsen betoniert war, entlangliefen – mit Geländer natürlich und dahinter ein beeindruckender Abgrund… So ging es stetig weiter hinauf. Lasse lief erstaunlich gut und hatte auch seine Freude mit chinesischen Mädchen und Fotografinnen zu schäkern… Irgendwann mussten wir weitere Höhenmeter gut machen – diesmal über steile Treppenstufen – und hier konnte man sich im Klappstuhl sitzend von zwei Trägern mit Bambusstangen hinaufschleppen lassen…

Man kann sich auch tragen lassen…

Die Landschaft ist sehr beeindruckend – nur leider ist es überall so steil, dass wir bisher keine Möglichkeit fanden, unser mitgebrachtes Zelt aufzubauen. Aber es war ja noch Zeit bis zum Sonnenuntergang (der offizielle Zeltplatz mit Zeltvermietung befand sich auf einer der wenigen betonierten Flächen und war das Dach eines Hauses…) Am Nachmittag kamen wir an einem Abzweig zum höchsten Punkt des Bergmassivs vorbei und fragten einige Rastende Wanderer, ob es denn auf dem Gipfel eine Möglichkeit gäbe, ein Zelt aufzuschlagen – nach mehreren skeptischen Blicken, konnte uns ein Tourenguide mit Hilfe einer englisch sprechenden Touristin erläutern, dass sehr wohl zwei kleine Möglichkeiten bestehen ein Zelt aufzubauen – aber mit Kind sei das vollkommen ungeeignet – es sei gefährlich (aufgrund des Abgrundes) und viel zu windig und viel zu kalt und es gäbe oben kein Wasser… Wir bejahten brav alles und stiegen weitere 250 Höhenmeter auf (ab hier durfte Lasse auch seinen kleinen Rucksack mit dem Kuschelhund abgeben – er war bis dort immerhin schon fast 4h gewandert!)

Oben angekommen, fanden wir ein kleines Plätzchen zwar ziemlich nah am Wegesrand, aber dafür nett zwischen den Bambussträuchern… Der Schrein am Gipfel war leider ziemlich vermüllt, aber ansonsten war die Aussicht traumhaft… Martin flog ein wenig mit der Drohne, während ich mit Lasse ein paar Mac&Cheese (Käse-Makkaroni) kochte (ach ja, das Gas darf man ja nicht in der Bahn mitnehmen, so dass wir zuvor eine Dose Campinggas in das Hotel geschickt hatten…). Es wurde merklich kühler und nach dem Sonnenuntergang sind wir schnell ins Zelt – mittlerweile waren auch keine anderen Touristen mehr am Berg… Nach einer – für mich – sehr frischen Nacht, kamen die ersten Sonnenaufgangs-Bergsteiger gegen 05:00 Uhr an unserem Zelt vorbei – um 05:30 habe ich dann auch Martin in die Kälte gescheucht um ein paar Fotos zu machen, während Lasse weiter schlummerte…

Warten auf die Morgensonne

Nach einem Müsli-Frühstück und einem weiteren Drohnenflug ging‘s dann wieder den Berg hinunter und diesmal weiter auf unserem Rundkurs zur südlichen Gondelbahn, die wir dann für die Talfahrt nutzten. Unten angekommen wollten uns Taxis für das doppelte unseres Hinfahrpreises fahren, was wir dankend ablehnten, und nachdem Martin in einem Hotel nach den öffentlichen Bussen gefragt hatte, fanden wir auch dessen Abfahrtsplatz… 10min später kam ein Kleinbus und er war schneller voll als uns lieb war. Mir wurde höflich ein Platz angeboten (ich war ja mit Kind J), und Martin hat sich auf den Fußboden gesetzt. Nichtsdestotrotz wurde der Kleinbus bis auf die letzte Stehfläche vollgepfercht – naja der Preis der Fahrt war ein Zehntel vom Taxi-Preis (und die dauerte fast doppelt so lange), aber dafür war es auch ein kleines Erlebnis durch die Dörfer zu gurken… In der Stadt angekommen liefen wir diesmal zu einem anderen Hotel und fanden am Abend in einer kleinen Nudelküche etwas zu essen, bevor es am nächsten Tag recht früh wieder zurück nach Suzhou ging.

Yandang Mountain

Wir machen einen Ausflug mit dem Auto oder unsere Erlebnisse auf der Autobahn:
Aber zuerst ein paar Worte zu unserem Ausflug und den Bildern. Die wenigen verlängerten Wochenenden, die wir aufgrund der Feiertage etc. haben wollten wir noch geschickt nutzen um das Land kennenzulernen. Da die Flüge nach Harbin zum berühmten Eisskulpturen-Festival absolut überteuert waren, haben wir uns ein Ziel in Auto-Reichweite gesucht: Yandangshan – ein kleiner Nationalpark südlich von Suzhou. Das Wochenende war recht hübsch – wandern in den Bergen – auch Lasse schlug sich wacker beim „Klettern“ und „Bergsteigen“. Martin hat seine neue Drohne ausprobiert und ist stolz sein erstes Video zu präsentieren. Zugegebenermaßen war die Unterkunft, oder besser gesagt das Frühstück sehr chinesisch (Reissuppe, Baozi, fertig, aber für ein WE auszuhalten). Alles in allem ein gelungenes langes Wochenende… 

Auf dem Rückweg des Wochenendausfluges verbrachten wir dann wieder etwa 400km auf den chinesischen Autobahnen. Was wir beobachten konnten, war das Folgende:

Martin will gerade zum Überholen eines Kleinlasters mit offener Ladefläche ansetzen, als dieser recht zügig über eine größere Bodenwelle fährt. Es schwappt jede Menge Wasser aus den Behältnissen auf der Ladefläche. Anschließend kommt einiges hinterher – wir gucken uns an – sind das jetzt etwa Fische, die sich auf dem Belag der Autobahn krümmen… Wir überholen die zappelnden und um Luft ringenden Fische und fahren weiter….

Als nächstes weichen wir geschickt zwei großen LKW Planen aus, die mitten auf der Fahrbahn liegen um dann an einem frischen Unfall – ein großer LKW hat sich von der Gegenfahrbahn durch die Mittelleitplanke geschoben vorbeizufahren (nichts abgesperrt oder gesichert).

Martin aufs höchste konzentriert – und zugegebenermaßen ein wenig angenervt – stellt sich nun an der Mautstation an, um am Automaten eine Karte für das nächste Teilstück in Empfang zu nehmen. Das Auto vor uns steht vor der Schranke und macht nichts… hm, ok, nun merkt der Fahrer, dass man irgendetwas machen muss, er stellt fest, dass er zu weit vom Automaten weg parkt und öffnet die Türe – nun weiß er immer noch nicht was zu tun ist – er drückt überall drauf und realisiert einfach nicht, dass die zu nehmende Karte bereits im Schlitz steckt und nur rausgezogen werden muss… Gefühlte Minuten sucht er am Automaten – Martin ist bereits so entnervt, dass er das Fenster herunterfährt und auf Deutsch ihm zu schreit: „Jetzt nimm doch einfach die Karte…!“ (Da Martins Gefühlsausbrüche recht selten sind, musste ich doch glatt auf dem Beifahrersitz schmunzeln…) Auf dem nächsten Streckenabschnitt erleben wir, wie der gesamte Verkehr durch eine Tankstelle geleitet wird, an der eine Fahrzeugkontrolle stattfindet – natürlich verbunden mit dem dazugehörigen Rückstau… Tunnel zu durchfahren birgt in China weitere Risiken – wir haben noch nicht wirklich herausgefunden warum – aber jedes Auto bremst stark ab bevor es in den Tunnel fährt und ebenfalls bevor es wieder herausfährt. Man muss tierisch aufpassen, um dann nicht auf seinem Vordermann aufzufahren… Abgesehen davon dass unbegründeterweise im Tunnel Hütchen auf der Fahrbahn liegen, die wohl vergessen worden sind, gibt es einige Tunnel in denen dauerhaft eine Polizeisirene tönt – soll es wirklich die Aufmerksamkeit der Fahrer erhöhen??? Auf jeden Fall ist es sehr nervig – im ersten Tunnel dachten wir wirklich, wir müssten einem Einsatzfahrzeug Platz machen und eine Rettungsgasse (hihi – guter Witz) bilden…

Nach weiteren wilden Spurwechseln anderer Fahrzeuge – ohne Ankündigung (Blinker, Rückspiegel gucken oder Schulterblick machen gibt’s ja hier nicht), treffen wir auf weitere vollkommen überladene LKW mit Pappe, Bettdecken, Styropor etc. – auch weichen wir wieder großen Garnrollen aus, die einem Fahrzeug vor uns von der Ladefläche fallen… Als nächstes, ist ohne Ankündigung eine Spur weg – ok, man darf nur max. 120km/h fahren – aber auch mit 100 Sachen in eine Baustelle zu fahren, in der dann die Bauarbeiter nicht nur auf der plötzlich gesperrten Spur arbeiten, sondern auch auf der normalen Fahrbahn auftauchen, ist schon ein wenig anstrengend…

Nach diesem Ausflugswochenende sind wir erst einmal wieder geheilt, eine längere Strecke mit dem Auto zurückzulegen – und auch den Beifahrer kostest es eine Menge Nerven…

Lasses Wochenberichte

Lasse bekommt im Kindergarten ja nicht nur Zeugnisse zum Halbjahr und zum Schuljahresende, sondern bekommt eine Kurzbewertung jede Woche, die von den Eltern unterschrieben werden muss.
Seit längerem wird kritisiert, dass er dem Unterricht nicht immer aufmerksam folgt, dass er mit seinem chinesischen Freund quatsch macht und auf dem Boden herumtollt. Wenn Sie im Klassenzimmer verbotenerweise laufen, werden sie in die „Ecke“ gestellt. Die Klassenlehrerin meinte ich solle doch bitte Lasse ermahnen und darauf hinweisen, dem Unterricht besser zu folgen…
Ich fand diese Bewertung – gerade im Hinblick auf unsere Erfahrung im Urlaub – Lasse sei vorbildlich diszipliniert in der Skischule, hört auf den Skilehrer und fährt auch brav in der Spur – ganz interessant…

Wochenbericht

Skiurlaub in Japan

Japan – Skifahren – klingt exotisch – und ist es auch ein wenig… Oder einfach nur anders…
Nachdem Martin ja schon vor zwei Jahren in den Genuss kam, den Japan Powder kennenzulernen, wollte er nun diese Erfahrung mit dem Rest der Familie teilen,
so dass die Entscheidung relativ leicht fiel, in den Frühjahrsferien zum chinesischen Neujahrsfest zwei Wochen nach Japan zu reisen. Da es in Japan nicht allzu viele englischsprachige Skischulen gibt und ich Lasse nicht zusätzlich mit Japanisch ärgern wollte, fiel unsere Auswahl schnell auf den Ort „Myoko-Kogen“ am Mt. Myoko, 30 Minuten „Bimmelbahnzugfahrt“ nördlich von Nagano.
Wir hatten eine einfache Unterkunft in einer Pension gebucht – für die gesamten 14 Tage. Nachdem Lasse nicht gerade erfreut über einen ständigen Ortswechsel ist, haben wir so dem „Familienstress“ von vornherein entgegengewirkt. Unseren Gastwirt hat dies ebenso gefreut, so dass er uns nicht nur vom Bahnhof abgeholt und hingebracht hat, sondern uns zwischendurch auch noch zum Krankenhaus (Lasse hatte sich so eine „Jungsinfektion“ eingefangen), zum Supermarkt in den nächst größeren Ort oder auch in ein anderes Skigebiet an der anderen Seite des Berges gebracht hat. Generell ist Japan vergleichbar teuer wie die Schweiz, oder anders formuliert: für das was man bekommt zahlt man ganz schön viel. Unsere Unterkunft war entsprechend einfach – traditionell japanisch – Tatami-Fußboden und eine dünne Matratze zum Schlafen darauf.

Unser Haus

Eine Toilette und ein Waschbecken gab‘s auch im Zimmer, was jedoch eher eine Ausnahme ist. Toiletten in Japan sind auch eine Geschichte für sich – wer so wie ich täglich die chinesischen, verschmutzten, ohne Klopapier ausgestatteten Stehklos gewöhnt ist, findet eine japanische Toilette traumhaft (selbst im Zug war die Toilette super sauber und komfortabel) – alle mit Brillenheizung (danach findet man anschließend das heimische Klo ganz schön ungemütlich), Spezialreinigungsspülungen für diverse Popo-Bereiche, z.T. mit Föhntrocknung oder mit Plätscher- oder sonstiger Musik…
Also generell ist in Japan vieles alt (im Gegensatz zu China), aber es ist sehr sehr sauber (im Gegensatz zu China). Schuhe werden vor Betreten der Wohnung ausgezogen, säuberlich zum Trocknen in ein Regal gestellt und Hauslatschen angezogen (ähnliches gilt auch für Restaurants, in denen man auf dem Tatami-Boden sitzt). Aber zurück zu unserem Zimmerchen, die Schränke waren spartanisch und eine Dusche gab es nicht – aber dafür hat in der Region, in der wir waren, jedes Haus einen „Onsen“. Eine thermale Badestätte – Männlein und Weiblein getrennt mit Duschvorraum – mehrere Duschen, mehrere Hocker und mehrere Schüsseln, denn man reinigt sich hier vornehmlich im Sitzen – einseifen, schrubben, mit Schüsseln voll heißem Wasser übergießen. Wenn man dann nach gründlicher Reinigung fertig ist, kann man das Thermalbad genießen. In unserer kleinen Pension eine etwas größere und v.a. tiefere Badewanne mit sehr heißem (40-50°C) dauerzufließendem Wasser aus einer nahe gelegenen Quelle. Da man jedoch zusätzlich normales kaltes Wasser hinzu mischen konnte, konnten auch die hitzeempfindlicheren Personen der Familie den Onsen nutzen. Da größtenteils unsere Pension nicht stark besucht war und wir zudem recht früh am Nachmittag zurück waren, haben wir den männlichen „Badesalon“ genutzt und die ein oder andere Familien-Wasserschlacht veranstaltet und zwischendurch auch das heiße Wasser zu dritt mit Blick auf die Skipiste genossen…
Skifahren – das geht dort sehr gut – zumindest was die Schneebedingungen angeht. Wir kamen an und es hat erstmal drei Tage geschneit – und dann nicht nur 5cm, sondern gleich einen halben bis 1m…
So sah das dann am nächsten Morgen aus der Luft aus:

Schneekanonen gibt es dort entsprechend keine. Unsere ersten Skitage waren also alle ein bisschen kalt und ungemütlich. Da wir mit Lasse auf der Piste und über die Sprungschanzen unterwegs waren, haben wir uns meistens mit einer Halbtags- oder 5h-Karte begnügt. Den ersten schönen Tag nach starkem Schneefall gönnten wir uns dann alleine – Lasse wurde bis 13:30 Uhr in der Skischule geparkt und wir haben klassisches „SkiPlus“ gemacht. Sind also mit dem höchsten Lift rauf gefahren, haben ein kleines 5-Minuten-Stück die Ski getragen, eine weitere 5minütige Querfahrt gemacht und schon gab es tollste Powderhänge – mal mit Bäumen, mal mit „Pillows“ zum springen – und das tollste – eine missglückte Landung im tiefen Schnee tut nicht weh :). Aus dem Tal hinaus geht’s über eine weitere Querfahrt oder ein Schiebestück auf einer Passstraße und dann durch einen alten Tunnel hindurch wieder ins Skigebiet. Diese Strecke sind wir in unterschiedlichen Varianten 4-5x gefahren bevor wir Lasse wieder in Empfang genommen haben. Die Skilehrer sind wie immer zufrieden mit ihm (und durch seine chinesische Kindergarten Erziehung ist er auch ein Musterschüler – wenn der Lehrer was sagt, wird das gemacht und natürlich fährt man nicht aus der Reihe, sondern brav „one-by-one“…). Aber Lasse gefällt die Skischule leider nicht so wie wir es gerne hätten – wobei es keinen richtigen Grund gibt (er ist eben nicht das einzige Kind – so wie bei uns…). Nach dem Sonnentag taute es erst einmal gewaltig – so schnell wie ein Meter neuer Schnee gefallen ist, ist er auch wieder getaut. Eine gute Gelegenheit, die Snow Monkeys zu besuchen. Knappe zwei Stunden mit Zug und Bus entfernt gibt es einen Park, in dem die Affen zwar angefüttert wurden, aber dennoch in ihrer natürlichen Umgebung ohne Einzäunung leben. (Lasse: „Wie?! OHNE Zaun???!“) Die Ähnlichkeit zu den Menschen wird hier besonders deutlich, wenn man die Affen beobachtet, die im heißen Wasser entspannen oder die kleinen, die an den Zuläufen der heißen Quellen planschen…
Nachdem es weitere Tage geschneit hatte – der „Tau-Tag“ viel dabei gar nicht ins Gewicht – konnten wir nochmals einen schönen sonnigen Tiefschneetag verbringen, wobei Lasse sich nur widerstrebend in sein Schicksal der Skischule begeben hat. Anschließend sind wir zusammen über Sprungschanzen oder auch in den an die Pisten angrenzenden Tiefschnee zwischen den Bäumen gefahren, woran Lasse sichtlich Spaß hatte – nur leider bleiben die kurzen Ski so leicht stecken – und manchmal sogar mit Schuh… 
Zum Essen sind wir Abends immer in den Ort – Lasse im Plastikschlitten gezogen – und haben die diversen Lokalitäten ausgetestet: klassisch japanisch (Ramen = Nudelsuppen, japanischer Tischgrill, Sushi, Katsudon = paniertes Schwein mit Reis (Martins Lieblingsgericht)) oder auch westliches Essen (da die meisten Touristen Australier sind, gibt’s Fish&Chips und Hamburger-Läden oder auch eine Pizzeria). Und als Nachtisch dann bei einem der Draußen-Verkaufsstände einen Crêpe mit Sahne, Erdbeeren oder Banane, Sahne und Eis…
Mittags, auf den Skihütten – wobei wir nur durch Zufall eine „richtige“ Skihütte gefunden haben mit allen möglichen Dekorationen aus Bayern, der Schweiz oder Österreich – gab es neben den im Supermarkt gekauften Snacks ähnliches wie am Abend (Nudelsuppe, Katsudon, Pommes…) 

Wenn das „Menue“ nicht wäre, könnte man denken, in der Schweiz zu sein

Unser Frühstück – wie die gesamte Unterkunft – spartanisch aber sehr liebevoll: Rührei/Spiegelei, kleiner Salat und Toast mit Marmelade… Wir hätten auch ein japanisches Frühstück haben können, aber wir haben dann doch auf den Fisch, Tofu und Suppe am Morgen verzichtet :/.
Nach zwei Wochen japanischer Freundlichkeit und Zuvorkommenheit, wurde man in Shanghai am Flughafen schnell wieder in die chinesische Realität geholt – schubsen, drängeln, Sachen auf den Gehweg schmeißen oder einfach die Gepäckkarre mitten im Weg stehen lassen – Willkommen zurück…

wie immer eine Fotogalerie:

Skiurlaub im Sommer

Trotz unseres Skiurlaubes im Februar kam uns die Aussicht auf einen weiteren Skiurlaub in diesem Jahr doch ganz gelegen, v.a. da Lasse ganz „heiß“ aufs Skifahren ist. Ursprünglich wollten wir im Sommerurlaub nach Tibet – Yak-Trekking…
Da es derzeit jedoch keinerlei Möglichkeit gibt, unabhängig und ohne eine vorherige komplette Tourbuchung durchgeführt zu haben nach Tibet zu reisen (Trekkingangebote als all-inclusive, neben Koch, Küchenzelt und Tourguide auch ein Toilettenzelt – wohlgemerkt nur für uns drei…), nutzen wir die Gelegenheit, dass Martin eine Woche dienstlich nach Neuseeland musste, um dort danach ein paar schöne Tage gemeinsam zu verbringen.

Martin empfing uns also bereits am Flughafen in Christchurch mit unserem gemieteten kleinen Nissan mit Dachträger und Schneeketten. Den schweren Skibag verzurrten wir vorerst auf dem Dach und dann ging’s in das 1,5h entfernte Methven – der nächstgelegene kleine Ort zum Skigebiet Mt. Hutt. Den ersten Tag verbrachten wir mit Ausschlafen und Erholen vom Flug, erkundeten das Dörfchen, buchten Skipässe und zwei Tage Childcare (mit zweistündigem Skiunterricht) für Lasse und kauften Arbeitshandschuhe, um die Schneeketten auch bei Kälte und im Matsch zügig aufziehen zu können…

Unser erster Skitag begann mit dichtem Schneefall bereits im Ort – und wir mussten gute 1000hm noch rauffahren – aber dafür hatten wir uns ja extra die Schneeketten mit ausgeliehen. Nachdem also Ski und Ausrüstung im Auto verstaut waren (die Ski quer in der Mitte des Autos, da die Rückbank sich nicht umklappen ließ) ging’s los – nicht gerade schnell, aber immerhin zügig bis zur Abfahrt ins Skigebiet. Für die „Gravel-Road“ waren natürlich Schneeketten Pflicht (für alle Autos – auch Allrad). Nachdem wir beim ersten Reifen noch ein bisschen länger fürs aufziehen brauchten, ging’s beim zweiten Reifen schon viel flüssiger… Aber nun waren es immer noch 15km bis zum Skigebiet – Martin fuhr wie immer mutig und zügig die kurvenreiche Straße hinauf – bis plötzlich alles stand… Die Autoschlange wurde immer länger und länger und wir warteten und hörten den speziellen Radiosender, der Meldungen über den Straßenzustand dieser Zufahrtsstraße brachte. Es war also ein Bus quer gerutscht… Lasse hielt mittlerweile wieder ein kleines Nickerchen im Auto. Nachdem der Bus wieder gerade gezogen war, konnten wir auch die letzten Kilometer fahren und haben dann nach etwa 2h Fahrtzeit endlich das Skigebiet erreicht… Neuseeland ist eben ein bisschen „rauer“…


Auch die Größe der Skigebiete sind nicht mit denen in der Schweiz oder Österreich zu vergleichen – weniger Lifte (hier: zwei Sessellifte), die ein relativ großes, erschlossenes Gebiet umfassen. Lasse erfreute sich natürlich sofort am Schnee und auch die neueren längeren Ski machten ihm nichts aus.

Die Rückfahrt war weniger abenteuerlich – kurze Probleme beim Schneeketten abnehmen, die aber auch schnell durch Teamwork gelöst wurden und dann ab ins Hotel – oder besser gesagt zum nächsten Schnellimbiss (Lasse schlief nach dem anstrengenden Tag natürlich wieder). Mit heißen Fish & Chips fuhren wir ins Hotel, luden aus und futterten. Nach dem Abendessen ging es dann noch in den hoteleigenen heißen Pool – natürlich draußen – mit Sterne gucken und Schneeflocken – herrlich entspannend…

Am nächsten Tag war schönes Wetter vorhergesagt, für Lasse war die Childcare mit Skiunterricht gebucht und wir wollten das Skigebiet abseits erkunden. Trotz unseres zeitigen Losfahrens (es war Sonntag), war es wohl nicht früh genug und bald standen wir im Stau – noch weit vor dem Abzweig der „Gravel-Road“… Ab und zu rollten wir auch ein paar Meter – um Zeit zu sparen überredete ich Martin, bereits im Stau die Ketten anzulegen, was wir auch höchstprofessionell taten. Wir erfuhren, dass die Straße wohl eine Zeit lang gesperrt war. Anfangs durften Allrad-Fahrzeuge noch ohne Ketten rauf, jedoch hatten sich wohl einige unerfahrene Urlaubsfahrer gedreht/ verkeilt, so dass die Straße zum „aufräumen“ gesperrt wurde. Martin wurde allmählich ungehalten – Neuschnee, strahlendster Sonnenschein und es ging nicht weiter… Nachdem wir endlich am offiziellen InfoCenter und Schneeketten-Anlege-Platz angelangt waren, sagte man uns – jetzt dürften gar keine Zweiradantriebsfahrzeuge mehr rauf – nur noch Allrad mit Ketten. Jetzt war die Laune im Keller… Kurzes Krisengespräch und dann entschieden wir uns unseren Krempel auszuladen, uns an den Straßenrand zu stellen und mit einem der Jeeps zu „trampen“… Ich hatte mit Lasse auch relativ schnell einen jungen Mann gefunden, der mich in seiner alten Kiste mitnahm 😉 Und zu seinem Vorteil durften Familien mit Kindern im Kindersitzalter auch bis ganz zu den Liften rauffahren, während „normale“ Skifahrer 3-5km unterhalb parken mussten und mit einem Shuttlebus raufkamen. Ich konnte also nach knappen 3h Anfahrtszeit Lasse in der Childcare (gerade noch vor Unterrichtsbeginn) abgeben und habe Martin ein paar Minuten später getroffen, der nach seiner Mitfahrgelegenheit den Shuttlebus nehmen musste… Nun konnte der Skitag (der restliche halbe Tag) beginnen – nur leider waren alle schönen Hänge schon zerfahren… Mit ein bisschen Glück fanden wir noch das ein oder andere schöne Stück und sind anschließend einen sehr schönen ungespurten Rücken hinunter gefahren, der jedoch offiziell nicht geöffnet war – was uns dann unterwegs irgendwie aufgefallen ist.


Aber aus unserer Erfahrung in den USA habe ich gelernt, dass man mit so etwas sehr vorsichtig sein muss – und damit meine ich nicht die Risikobewertung an sich (das machen wir schon immer, bzw. sind es ja aus den Alpen gewöhnt) – aber in anderen Ländern ist man ganz schnell mal seinen Skipass los, wenn man – auch aus versehen – auf einem gesperrten Hang erwischt wird… Nachdem die Runde auf jeden Fall so gut geklappt hatte sind wir nochmal zur gleichen Stelle – und siehe da – die Skipatrol begann gerade dort den Bereich zu öffnen. Man fragte uns natürlich ob wir hier schon mal waren – und wir „drucksten“ rum (wollten ja nicht den Skipass abgeben). Zu unserem Glück wollte hier die Skipatrol aber nur wissen, ob wir uns auskennen, wüssten wo wir rauskommen und uns auf mögliche Gefahren hinweisen, so dass wir dann doch zugaben, dass die Spuren da von uns seien… Also sind wir dann mit mehreren Leuten der Skipatrol die wunderschöne Strecke nochmals gefahren, als die Route auch offiziell geöffnet wurde… Ein knapper aber doch sehr schöner Skitag – den wir natürlich wie immer noch mit einer Runde Lasse Sessellift und Lasse Abfahrt beendeten…

Die weiteren Tage waren weniger spektakulär, Schneeketten aufziehen konnten wir ja schon, und während der Woche war es natürlich nicht so überfüllt wie am Wochenende, an dem die ganzen Tagesgäste aus Christchurch kamen. Lasse war noch einmal in der Childcare und wir machten uns mit Fellen auf in unberührte Hänge. Nach 5 Tagen fuhren wir weiter nach Süden mit einem eintägigen Abstecher zum Mt. Cook. Eine kleine Wanderung zum Gletschersee mit Eisbergen am Nachmittag und am nächsten Tag eine weitere mit Schneespielen und Rutschen auf der Lawinenschaufel. Eine wunderschöne Gegend…

Anschließend fuhren wir nach Wanaka – deutlich größer und touristischer – um dort die nächsten 5 Tage zu verbringen. Wir hatten unser Auto so gebucht, dass wir hier einen 6-Tages-Skipass für eine Person frei hatten :). Hier war die Anfahrt nicht ganz so lang und wir brauchten auch gar keine Schneeketten mehr aufziehen – kurz vor dem Ziel fiel Martin jedoch auf, dass er seine Skijacke nicht mit hatte. Da uns das Ausleihen zu teuer war, bin ich dann nur mit dem kostenlosen Skipass und Lasse gefahren – Sessellift und Tellerlift (Lasse natürlich alleine) und jede Menge kleine Sprungschanzen im Kinderspiele-Land…

Der nächste Tag war dann ein gemeinsamer Familienskitag, bevor wir Lasse auch hier – diesmal in einer richtigen Skischule für einen ganzen Tag abgegeben haben. Unsere Ausflüge in den Tiefschnee waren zwar nicht spektakulär, aber doch sehr schön und Lasses Skilehrer waren von seinen fahrerischen Leistungen recht beeindruckt. Ein kleiner Einbruch (kleiner Sturz mit ein wenig Vertrauensverlust in die Fahrkünste) am Nachmittag auf einer sehr schwierigen Piste, zeigte uns dann doch, dass ein ganzer Tag noch ein bisschen hart für ihn ist. Nichtsdestotrotz trafen wir ihn dann kurz vor Ende der Stunde auf den Sprungschanzen und auch an diesem Tag wollte er noch eine zusätzliche Abfahrt mit uns machen… keine 5 Minuten im Auto und er schlummerte selig…

Da wir unseren Rückflug von Queenstown gebucht hatten, verbrachten wir gleich noch einen zusätzlichen Tag dort – wir fuhren mit der Ortsgondel auf den Hausberg und dort eine Art Sommerrodelbahn und sahen den Gleitschirmfliegern zu. Vor dem Abflug wanderten wir auf einer schönen Halbinsel in Flughafennähe und suchten dort noch einige Geocaches bevor wir wieder den 11stündigen Rückflug nach China antraten… Ein sehr schöner Skiurlaub – nicht zu vergleichen mit den Alpen – aber auf seine eigene Art sehr abenteuerlich 🙂

Hier wie immer noch mehr Fotos:

机电老师

 

Zerspaner & Mechatroniker Klasse

Zerspaner & Mechatroniker Klasse

…so lautet mein neuer „Beruf“ (jidian laoshi = Mechatronik Lehrer). Und was ich so mache: eben alles unterrichten was mit Mechatronik zu tun hat. Zugegebenermaßen sehr angenehm: ich lehre auf Deutsch – was unsere Übersetzerinnen dann entsprechend für die Schüler umsetzen. Natürlich besteht manchmal die Gefahr, dass es nicht so übersetzt wird, wie man es wirklich gemeint hat, aber es hat auch den ungemeinen Vorteil, dass ich zum Einen häufig nur einmal (nämlich der Dolmetscherin) etwas erläutern muss und dass gewisse kulturelle Differenzen minimiert werden: z.B.: ich ermahne einen Schüler der mit etwas anderem beschäftigt ist, bzw. soll er mir eine Frage beantworten – die Dolmetscherin übersetzt entsprechend der chinesischen Gepflogenheiten: „mafan ni…“, was ein extrem höfliches Ansprechen ist, wenn man jemandem eine Frage stellen möchte, in etwa wie: „Könnte ich sie kurz mal unterbrechen und bitten eine Frage zu beantworten…“ Es ist auf jeden Fall von Vorteil, dass ich einiges im chinesischen verstehe (wenn ich den Kontext kenne) und es bringt mich so häufig zum schmunzeln…

Drehmaschinen

Drehmaschinen

Fräsmaschinen

Fräsmaschinen

Bankraum

Bankraum

Siemens-Labor

Siemens-Labor

 

 

China ist doch nicht so sicher wie ich bisher angenommen habe…

Ich bin nun drei Monate in meinem neuen Job – als Lehrer/Ausbilder für Mechatroniker und fahre jeden Tag mit dem Elektroroller zum Kindergarten (Lasse fährt Fahrrad bei Wind und Wetter) und anschließend zur U-Bahn. Mit der Bahn gehts dann gute 35min nach SND (Suzhou New District – ist jedoch eine älterer Stadtteil als der Bezirk, in dem wir wohnen) um dann nochmals 15min mit dem Fahrrad zu meiner Schule zu fahren. Eine knappe Stunde Arbeitsweg. Bisher habe ich mein altes (deutsches) Mountainbike immer an der UBahn-Haltestelle an einem Geländer angeschlossen. Die ersten Wochen war ich ein wenig besorgt, ob es denn gestohlen wird – besonders montags morgens, wenn es ein gesamtes Wochenende dort geparkt war. Nach drei Monaten wiegte ich mich nun aber in völliger Sicherheit – ach, mir ist noch nie etwas gestohlen worden in China. Es wird soviel überwacht – die Kameras haben auch ihre Vorteile, dachte ich mir…

Doch heute Morgen war nix mehr da, dort wo ich gestern Abend mein Fahrrad abgestellt habe 🙁 Ich fand nur noch ein paar Reste des mit Werkzeug aufgebrochenen Schlosses.

Mit Hilfe einer unserer Dolmetscherinnen habe ich anschließend bei der Polizei Anzeige erstattet und neben meiner Unterschrift dort auch mehrere Fingerabdrücke hinterlassen. Mal abwarten was dabei heraus kommt – obwohl der Platz per Kamera überwacht wurde, mache ich mir nicht allzugroße Hoffnung. Der Polizist der meine Anzeige aufnahm, meinte nur, dass es derzeit gehäuft zu Diebstählen von Fahrrädern und Rollern kommt, da einige Leute vor dem Neujahrsfest dringend Geld benötigen…

Ich kann mir zwar immer noch nicht vorstellen, dass in China Übergriffe wie in Köln zur Silvesternacht im Bereich des Möglichen liegen, jedoch bröckelt meine sichere „Chinawelt“…

Mein neuer Job – oder: wie erhalte ich eine Arbeitserlaubnis in China…

Es hat lange (gefühlt sehr lange) gedauert – aber endlich habe ich wieder einen Job.
Der Anruf bzw. die Mail, ob ich noch Interesse hätte, kam ziemlich spontan im Kiteurlaub im Oktober. Rückblick: das Bewerbungsgespräch lief bereits im Mai – relativ erfolgreich (aber davon hatte ich ja schon einige und trotzdem keinen Vertrag). Über die Sommermonate erfolgte dann die Aussage, dass kein Geld für eine Einstellung zur Verfügung steht, bzw. dass einige personelle Änderungen vorgenommen werden. Also gut – ich schreibe mich einen Tag vor Semesterbeginn Anfang September an der Uni ein, um meine Chinesischkenntnisse weiter zu vertiefen.

Aber man/Frau ist ja spontan, so dass ich am Montag nach dem Urlaub zu meinem zweiten Bewerbungsgespräch gefahren bin. Zu meiner Überraschung wurde mir neben der Frage wann ich denn beginnen kann, direkt ein Vertrag vorgelegt… OK – Planänderung – keine Uni – Kindergartenzeiten verlängern und ab 01.11. rein ins Arbeitsleben

Nächstes Ziel: Arbeitserlaubnis erhalten.
Neben einem Health Check, meinen Zeugnissen im Original benötige ich noch ein polizeiliches Führungszeugnis. Da ich ja noch naiv davon ausgegangen bin, dass ich in den ersten Wochen meiner Arbeitsaufnahme auch die offiziellen Papiere haben sollte, bin ich schleunigst nach Shanghai zum Konsulat, habe meine Unterschrift beglaubigen lassen (auf dem Antrag für das Führungszeugnis, was man sich natürlich bezahlen lässt), anschließend per Express zum Bundesamt für Justiz (nach Bonn). Knapp zwei Wochen später ein Schreiben vom Amt – es fehlt mein „Mädchenname“ – Ok, ja, da ich keinen habe, habe ich natürlich nur meinen „Namen“ angegeben. Ich ärgere mich also über meinen „Fehler“ und fluche das erste Mal über die deutsche Bürokratie – denn ich wollte die Papiere so schnell wie möglich. Nach einer Woche Verzögerung wird das Zeugnis an meine deutsche Adresse versandt und von da per Express nach China. Drei Tage später ist es in meiner neuen Firma. So, also alle Papiere zusammen (es ist Mitte November) – ich gehe davon aus, dass ich über die Weihnachtsferien in Deutschland mein neues Visum (mit Arbeitserlaubnis) beantragen kann. Zu meinem Ärger fangen jetzt erst die Übersetzer an meine Zeugnisse zu übersetzen, eine weitere zeitliche Verzögerung ist die Folge. Die Zeugnisse müssen im Format so aussehen wie das Original – auch der Name der Unterschrift wird übertragen (keine Ahnung wer mein Diplom unterschrieben hat…). Diese Übersetzungen müssen nun noch von offizieller Stelle in China abgestempelt werden. Noch bin ich in freudiger Hoffnung, trotzdem alles bis Weihnachten hinzubekommen.

Nun bekomme ich die Info, es gäbet Probleme aufgrund meiner militärischen Vergangenheit. Nach genauerem Nachfragen stellt sich jedoch heraus, dass ich mit meinem Lebenslauf eigentlich nur das Fass zum Überlaufen bringe. Neben meiner Marine-Karriere machen mich meine recht guten Zeugnisse und Qualifikationen verdächtig. Zusätzlich muss man wissen, dass ein weiterer Kollege beim Fotografieren von militärischen Anlagen in China aufgegriffen wurde und einige Stunden in Haft verbracht hat. Ein weiterer Kollege (absoluter Elektronikfreak) ist des häufigeren am Flughafen bei der Sprengstoffkontrolle „rausgezogen“ worden. Die Überwachung lässt alle Informationen zusammenfließen, so dass mein neuer Arbeitgeber der Spionage verdächtigt wird. Der chinesische Sicherheitsapparat beginnt nun mit entsprechenden Untersuchungen der gesamten Firma, Dokumente werden abgeholt – natürlich wird auch mein Chef genauestens durchleuchtet. Bei meinen Kollegen (allesamt älteres Semester und in Ostdeutschland aufgewachsen) werden alte Erinnerungen wach…

Um mich erst einmal aus der Schusslinie zu nehmen, kann ich auch direkt bei der chinesischen Schule als Experte angestellt werden, denn unter den derzeitigen Untersuchungsbedingungen, habe ich keine Chance…

Mittlerweile finden in Paris diverse Terroranschläge statt – auch China hat Angst bzw. verbreitet Angst in der Bevölkerung vor möglichen Anschlägen. Als Folge werden alle Ausländer besonders beäugt…

Um mein Expertenvisum nun zu bekommen, muss mein deutsches Diplomzeugnis überbeglaubigt werden. Ich muss beweisen, dass mein Original ein Original ist… D.h. es muss über einen Notar zum Bundesverwaltungsamt nach Köln, welches die Echtheit der Urkunde bestätigen soll. Anschließend muss ich die Schreiben vom chinesischen Konsul (in Berlin) bestätigen und abstempeln lassen. Und alles soll natürlich persönlich abgewickelt werden…
Nach einem gewissen Unmut meinerseits, weiterer Internetrecherche und Rücksprache mit meinem Chef, habe ich eine Möglichkeit gefunden, diese Überbeglaubigung über eine Agency in Deutschland erledigen zu lassen. Es ist mittlerweile Dezember – die Hoffnung auf das „Working Permit“ innerhalb kürzester Zeit ist nun verflogen…

Ich hoffe natürlich, dass unter den derzeitigen Bedingungen und den bestehenden Untersuchungen nichts einer Wiedereinreise nach China entgegen spricht. Die Familie verbringt also den Weihnachtsurlaub gemeinsam in Australien (dort war es kein Problem, innerhalb von vier Tagen ein Geschäftsvisum zu bekommen, mit dem ich offiziell arbeiten kann, jedoch nur 2x 30 Tage im Land bleiben darf).

Kurz vor meinem Abflug nach Australien bekomme ich die freudige Aussage meines Chefs, dass die Untersuchungen der „STASI“ abgeschlossen sind und keine weiteren Folgen haben werden. Ich fliege also entspannt nach Melbourne in der Erwartung, dass die Papiere nun in Deutschland beglaubigt werden, um anschließend die Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Kurz vor Silvester dann die nächste Nachricht: der Notar hat zwar das Diplom „abgestempelt“, aber das Bundesverwaltungsamt erkennt die Unterschrift der Präsidentin der Bundeswehr Uni nicht an… Alle Unterlagen wurden also ohne Bearbeitung zurückgesandt.

Da die Verwaltung der Universität in München auch in der ersten Januar Woche noch im Urlaub ist, konnte keine Unterschriftenbeglaubigung erfolgen. Mittlerweile wurde mir jedoch mitgeteilt, dass die Echtheit der Präsidentenunterschrift zusätzlich nachgewiesen wurde…

Nun warte ich ab was als nächstes kommt und fliege nächste Woche erst einmal nach Deutschland…

 

Anm.: an besagter Arbeitserlaubnis hängen weitere „Rechte“ für einen Ausländer dran. Mit  Arbeitserlaubnis kann man ein „Residence Permit“ beantragen, mit welchem man auch das Recht hat einen Führerschein zu machen (was mir einiges an Zeit und Aufwand für meinen Arbeitsweg einsparen würde), außerdem muss man nicht nach jeder Einreise zur polizeilichen Registrierung etc.